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Mein erstes Gletschertrekking – ein ganz persönlicher Rückblick auf das Gletschertrekking Berner Oberland
vom 20.- 23 August 2009
 

Teilnehmer: Köbi Schuler, Monika Studer, Gustav Marty, Dorothee Husemann, Peter Ledermann, Silvia Weber, Martin Nauer, Cornelia Müller-Nauer, Ueli Fleischmann, Reto Hermann

Tourenleiter: Fredi Kälin, Hans Feusi

 
Gruppenbild kurz nach dem Schafberg (Bietschjoch - Reemi)
Gruppenbild kurz nach dem Schafberg (Bietschjoch - Reemi), Foto Reto Hermann
 
Donnerstag, 20. August 2009

Wir starten am heissesten Tag dieses Sommers in Pfäffikon um kurz vor 9:00 Uhr und lassen uns von der SBB und einem Alpentaxi zu unserem Ausgangspunkt, dem Restaurant Golderli auf der Griesalp bringen. Bevor es los geht, gönnen wir uns noch eine Mittagspause im Golderli und stärken uns je nach Appetit mit Suppe, Salat und/oder Rösti. Dann beginnt der erste Aufstieg von 1018 m zur Gspaltenhornhütte. Fredi hat das Tempo frei gegeben, d.h. jeder kann nach seinem eigenen Tempo laufen. Ich finde mich umgehend am Ende der Gruppe wieder, bin aber, dank Hans, der sein Tempo anpasst, nicht ganz allein auf dem Weg zur Gspaltenhornhütte.

Für mich ist beeindruckend, wie sich die Landschaft während des Aufstiegs verändert, von der bewaldeten Kultur- zur kargen Hochgebirgslandschaft mit Gletschern. Besonders imposant fand ich die Abbrüche vom Morgenhorngletscher – dieses gewaltige Naturschauspiel hat mich immer wieder anhalten und staunen lassen.
Nach Festlegung der Seilschaften für den nächsten Tag klingt der Tag mit einem ausgezeichneten 4-Gang-Menü und dem ein oder anderen Glas Rotwein aus.

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Freitag, 21. August 2009

Wecken um 5:00 Uhr morgens ist für mich ungewohnt und die wenige Zeit zum Packen, frühstücken und fertig machen zum Aufbruch fordern höchste Konzentration von mir, damit ich alles auf die Reihe bekomme – ich schaffe es aber rechtzeitig ;-)

Los geht es erst einmal etwas abwärts bis zum Anseilpunkt am Gamchigletscher. Und schon mache ich mich in der Seilschaft mit Hans (Seilführer) und Gusti (Schluss) die ersten Schritte auf dem Gletscher Richtung Gamchilücke. Bevor wir die Gamchilücke erreichen, ist einige Kletterei gefordert. Es sieht wilder aus, als es ist (lange Beine haben doch auch mal Vorteile) und fällt mir erstaunlich leicht :-). An der Gamchilücke angekommen fasziniert mich der vor uns liegende Tschingelfirn – ich finde es immer wieder tief beeindruckend, welche Weit- und Tiefblicke sich öffnen, wenn ich einen Kamm überschreite.
Richtig Spass hat mir die Abseilaktion zum Tschingelfirn gemacht – es war meine erste im unbekannten Fels :-) Zügig ging es danach weiter über Tschingelpass und Kanderfirn Richtung Mutthornhütte, da die angekündigte Kaltfront immer näher kam. Eine Schrecksekunde erlebe ich, als ich mit einem Bein in eine Gletscherspalte rutsche – aber meine beiden Seilkameraden haben mich prima gehalten, so dass ich gleich wieder festes Eis unter den Füssen hatte!

In Sichtweite der Hütte beginnt es heftig zu graupeln und ich bin froh als wir in der Hütte ankommen. Um 14:45 Uhr steigt ein Teil der Gruppe auf den Gipfel des Mutthorns – ich bleibe mit drei weiteren TeilnehmerInnen in der Hütte, um die Kräfte für den morgigen Tag zu schonen.
Auch dieser Tag endet mit einem ausgezeichneten 4 – Gang – Menü und für manche sogar noch mit einem zusätzlichen Stück hausgemachten Apfelkuchen – alles sehr lecker.

 
Auf dem Kanderfirn

Auf dem Kanderfirn bald in der Mutthornhütte, Foto Dorothee Husemann

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Samstag, 22. August 2009

Wieder heisst es sich ran halten, um rechtzeitig zum Abmarschzeitpunkt fertig mit Anseilgurt und Steigeisen gerüstet zu sein. Aber es gelingt :-)
Kaum bin ich in meiner Seilschaft mit Hans und Gusti unterwegs fällt aller Stress von mir ab und ich kann das traumhaft schöne Naturschauspiel der aufgehenden Sonne über Gletscher und Fels geniessen. Die rosig schimmernden Felsspitzen der Blüemlisalp und die von oben beschienenen Wolken im Lauterbrunnental, die uns auf dem Weg zum Petersgrat begleiten sind einfach unbeschreiblich schön – und entschädigen für alle Anstrengungen :-)
Einen Kilometer vor dem höchsten Punkt des Petergrats entscheidet Fredi, dass wir anbetracht der Wolke, in der der höchste Punkt eingehüllt ist, umkehren und den Abstieg über den Üsser Talgletscher beginnen.

Am Ende des Gletschers, wo wir Steigeisen und Anseilgurt ablegen, hätte ich wohl etwas länger Pause benötigt, um all die Eindrücke zu verarbeiten, die ich in den vergangen drei Stunden gehabt habe. Leider versäume ich es, das entsprechend zu sagen, sondern lasse in mir durch den zügigen Aufbruch der Restgruppe zu Hektik verleiten. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Köbi, dass er mir in diesem Moment mein Gepäck erleichtert hat, in dem er meine Steigeisen, meinen Anseilgurt und meinen Pickel mit in seinen Rucksack genommen hat. Trotz der Begleitung und Unterstützung durch Fredi brauche ich einige Zeit, bis ich wieder ruhiger werde und zu meinem eigenen Tempo und Trittsicherheit zurückfinde. Um 10:50 Uhr sind wir an der Fafleralp. Da der Bus erst um 11:18 Uhr fährt, bleibt doch Zeit für eine schnelle Suppe im SB-Restaurant.

In Ried kommt aus der Gruppe der Wunsch nach einem schnellen Aufstieg zur Hütte, so dass Fredi das Tempo wieder frei gibt. Fredi, Silvia, Peter und ich lassen es etwas langsamer angehen und geniessen bei einer schönen Pause am Rande des herrlichen Lärchenwaldes die Aussicht auf das wunderschöne Lötschental – die Pause tut richtig gut :-) Jetzt kann ich den Aufstieg von gut 1000 m durch die verschiedenen Vegetationszonen richtig geniessen.
Um 15:30 Uhr – drei Stunden vor dem Abendessen - sind aber auch wir an der schön gelegenen Bietschhornhütte angelangt. Von dort gibt es herrliche Ausblicke zurück auf den Petersgrat, wo wir ja am Morgen gewesen waren und auf den Schafbärg, der morgen auf uns wartet.

Fast schon „wie gewohnt“ schliesst der Tag mit einem ausgezeichneten 4-Gang-Menü - dass diesmal von der Hüttenwartin ohne weitere Hilfe zubereitet worden ist - und dem ein oder anderen guten Glas Rotwein. Auf der ganzen Tour ist es ist für mich sehr beeindruckend gewesen, unter welchen Bedingungen die Hüttenwartinnen in den vergangenen drei Tagen ausgezeichnet schmeckende 4- Gang - Menüs zauberten.
Blick am Morgen über den Kanderfirn (Petersgrat) zum Morgenhorn Rückseite und der Blüemlisalpkette
Blick im Morgenlicht über den Kanderfirn (Petersgrat) zum Morgenhorn Rückseite und der Blüemlisalpkette, Foto Dorothee Husemann
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Sonntag, 23. August 2009

Dank des Tipps von Cornelia, den Rucksack schon am Abend vorher so weit wie möglich zu packen, war der heutige Start richtig relaxed gegenüber den Tagen zuvor – ich bin zum Abmarschzeitpunkt um 6:15 Uhr ganz entspannt. Der Aufstieg über die Nordwestflanke des Schafbärgs fällt mir leicht, da Fredi „mein“ Tempo läuft (auch wenn es einen Tourteilnehmer zu dem wohl witzig gemeinten Kommentar über das „meditative“ Tempo veranlasste).
Die Aussicht vom Bietschjoch ist an diesem herrlichen Sommertag einfach grandios – ich kann mich kaum satt sehen. Um zum Gipfel des Schafbärgs zu gelangen, legt Köbi mit Unterstützung von Cornelia und Reto ein Fixseil, so dass es mir sehr leicht fällt bis zum Gipfel zu gelangen.

Über den Bietschgletscher geht es noch einmal mit Steigeisen und Pickel, aber ohne Seil, bis an den Rand der imposanten und einzigartigen Bergarena Reemi – so etwas habe ich noch nie gesehen und ich bin tief beeindruckt.
Hier beginnt der lange Abstieg (insgesamt werden es 2150 m). Dieser bringt zunächst mit jedem Schritt rutschendes Geröll, so dass wir als Gesamtgruppe ganz schön aufpassen müssen – was aber nicht durchgehend gelingt: ein grösserer Stein, der von einem hinter mir absteigenden Teilnehmer losgetreten wird, trifft mich schmerzhaft an meiner linken Wade - aber ich kann weiter laufen :-).

Nach ca. 1000 m abenteuerlichem Abstieg in weglosem Gelände kommt die grösste Herausforderung des Tages: die Traversierung eines laufend stärker anschwellenden Bergbaches, um zu dem Wanderweg zu gelangen, der uns zur Talsohle bringen soll. Das Sondieren, an welcher Stelle es am günstigsten ist, nimmt fast eine Stunde in Anspruch. Schliesslich entscheidet sich Fredi für das Einrichten einer Seilbrücke. Das sieht hoch spannend und nicht ganz ungefährlich aus. Monika - „irgendwo muss ich vertrauen“ - legt den Anseilgurt an und watet mit Unterstützung von Hans, Fredi, Cornelia, Martin und Köbi durch den doch mittlerweile recht kräftigen, jedoch gar nicht so kalten, Gletscherbach. Wir anderen machen es ihr nach, aber die Querung von uns insgesamt 12 Personen einschliesslich Seilbrückenauf- und -abbau dauert dann doch seine Zeit.

Nun geht es auf immer bequemer werdendem Bergweg weiter talwärts – langsam bin ich müde, die Wade schmerzt (v.a. nach Pausen beim wieder anlaufen) und ich mache die letzten 1150 Höhenmeter abwärts zunehmend im „Autopilot“-Modus. Als Köbi sagt: „luegt e mal“ drehe ich mich mit den anderen gerne noch mal um und bestaune das Bietschhorn in seiner vollen Schönheit vor dem blauen Nachmittagshimmel, einer kleinen weissen Wolke und der Bergarena Reemi davor. Trotz „Autopilot“ registriere ich das imposante Bahnviadukt der Lötschbergbahn und kann gut nachvollziehen, warum es in Modelleisenbahnanlagen nachgebaut wird – es ist eine technische Meisterleistung.

Schliesslich sind wir gegen 18:20 Uhr in Rarner-Chumma (oberhalb von Raron), wo uns um 19:00 Uhr das Alpentaxi nach Visp bringen wird. In der dortigen Gartenwirtschaft reduzieren wir die dortigen Vorräte an 1,5 l – Flaschen Apfelsaftschorle erheblich und auch die Bier und Limovorräte schmelzen etwas dahin – wir sind doch alle ziemlich ausgetrocknet. Einige duschen auch noch unter dem Gartenschlauch bevor wir das Alpentaxi besteigen.
In Visp geht es um 19:57 Uhr mit der SBB in einem Rutsch nach Zürich. Unterwegs stossen wir mit von Reto spendiertem Rotwein auf die gelungenen Tourentage an.

 
Vom Jegrsand blick zurück zur Reemi und dem stolz trohnenden Bietschorn
Vom Jegersand blick zurück zur Reemi und dem majestätischen Bietschorn,
Foto Dorothee Husemann

Fredi und Hans: Euch beiden ganz herzlichen Dank, dass Ihr mir die superschönen Tage im hochalpinen Bereich ermöglicht habt – ich habe sie trotz mancher „Tempoprobleme“ genossen – die Landschaft an Eurer Routenwahl war einfach phänomenal :-)

Der ganzen Gruppe ein herzliches Dankeschön für alle Unterstützung – besonderer Dank an Köbi für die Gepäckerleichterung und die perfekte Eckdatenlieferung :-)
Dorothee Husemann
 
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Bilder
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Erlebnisbericht
Download Der Erlebnisbericht vom 4-tägigen Gletschertrekking kann hier herunter geladen werden ... (PDF 354kb).
 
Fakten, Eckdaten ...
Download Für alle die ohne diese Angaben nicht auskommen oder noch genaueres benötigen. Hier die detaillierte Erstellung von Köbi Schuler ... (PDF 288kb).
 
 
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